Unterhaltung mit Schimpansin Susie

Der Zoologe Garner beim Sprachunterricht für Schimpansin Susie
Der Zoologe Garner beim Sprachunterricht für Schimpansin Susie

Der Gebrauch des Werkzeugs und die bewusste Anwendung der Kehllaute als Sprache sind bekanntlich die hauptsächlichsten Merkmale, die den Menschen vom Tier unterscheiden. Aber wie es in der Natur nirgends schroffe Scheidungen gibt, so sind auch an diesen Stellen Übergänge zu beobachten. Die Weberameisen gebrauchen ihre Larven als Werkzeug, viele Tiere geben in gewissen Fällen bestimmte Laute von sich, die auf Artgenossen als Signale wirken. Wenn also bei niederen Tierarten schon eine primitive Sprache zu beobachten ist, so darf von vornherein angenommen werden, dass die dem Menschen am nächsten stehenden Tiere, die Affen, wohl das umfangreichste Vokabular besitzen müssen.

In dieser Hinsicht hat der Amerikaner R. L. Garner (1848 -1920) Studien gemacht, bei denen er so vorging, dass er mit Hilfe eines Edison-Phonographen verschiedene Laute, die von gesellig lebenden Affen im Zoologischen Garten zu Chicago abgegeben wurden, aufnahm und später durch den Apparat wiederholen ließ. Da bei der Wiedergabe nur der Ton hörbar wurde, aber jeder Gesichtsausdruck und alle Gebärden wegfielen, so mussten die darauf folgenden Regungen der Tiere notwendig Reaktionen auf Sprachlaute sein. Er erhielt nun folgende Resultate.

Ein Alarmzeichen konnte mit Sicherheit als solches erkannt werden. Es ist ein schriller und hoher Laut. Es gelang auch, das Gelächter der Affen im Apparat aufzunehmen. Und ebenso wurde ein einfacher Laut festgestellt, der dazu dient, jemanden zu rufen. Garner glaubt, das Wort für »Trinken« erkannt zu haben. Er zweifelt jedoch daran, ob die Affen in ihrer Sprache ein Wort haben, das »Wetter« bezeichnet, obgleich er sah, dass ein Kapuzineraffe jeden Regenschauer, der gegen das Fenster schlug, mit einem besonderen Laut begrüßte.

Ein Affe, der allein ist, redet niemals. Die »Worte« werden immer an ganz bestimmte Individuen gerichtet, und verschiedene Affenarten verstehen sich gegenseitig nicht ohne weiteres. Es muss also auch wohl Affendialekte geben. Eine hübsche Beobachtung ist, dass manchmal auch ein Affe einem anderen etwas zuflüstert, wenn er nicht von allen gehört werden will.

Schon vor Garner hat Professor Waterhouse die Lautäußerung der Affenart Gibbon nach ihrer Tonhöhe psychologisch gedeutet und in Notenschrift festgehalten.

Buchtipp:
Unsterbliches Bewusstsein: Raumzeit-Phänomene, Beweise und Visionen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.